MINI Stars
8. Mai 2012Im classic Mini auf Kameljagd.
Mindestens 20 Jahre alt müssen die Fahrzeuge sein, es gilt freie Streckenwahl, der Gewinner erhält ein Kamel: Die Allgäu-Orient-Rallye hat ihre eigenen Gesetze. Dieses Jahr sind drei classic Mini dabei.
So viel ist klar: Diese Rallye ist nichts für Weicheier und nichts für Pauschaltouristen, die ihr Urlaubsprogramm fein säuberlich ausgearbeitet mögen. Das machen die Veranstalter der Allgäu-Orient-Rallye auf ihrer Website unmissverständlich deutlich. Doch bei dieser exotisch anmutenden Rallye handelt es sich auch nicht um einen Urlaubstrip, sondern um eine waschechte Oldtimer-Rallye mit festen Regeln und einem klaren Ziel – auch wenn die Idee zunächst einmal kurios klingt, sich in mindestens 20 Jahre alten Fahrzeugen den kürzesten Weg nach Asien zu suchen und dort als Siegpreis ein Kamel in Empfang zu nehmen.
Von Oberstaufen, einer nicht mal 10.000 Einwohner großen Stadt im äußersten Süden Deutschlands, führte der Weg der Rallye bisher nach Jordanien. Nun ist Oberstaufen hinlänglich nicht als das Epizentrum des Rallyesports bekannt. Dennoch ist hier vor fast einem Jahrzehnt die Idee geboren, eine Oldytimer-Rallye für den guten Zweck zu veranstalten. "Weil hier Menschen leben, die für ausgefallene Dinge offen sind", heißt es. Und warum Jordanien? Weil die Veranstalter zum jordanischen Chef-Rallyeorganisator Sakher el Fayez freundschaftliche Beziehungen pflegen.
2006 machte sich der Rallyetross zum ersten Mal von Deutschland aus in Richtung Orient auf den Weg. In diesem Jahr gingen die Teilnehmer Ende April bereits zum siebten Mal auf Tour – auch wenn dieses Mal das Zielland erstmals nicht Jordanien sondern Aserbaidschan heißt, weil die Reise durch Syrien wegen der politischen Lage als zu unsicher erachtet wurde. Am Preis für den Sieger der Rallye hat sich trotzdem nichts geändert. Das ist und bleibt nach orientalischem Brauch ein Kamel.
Der olympische Gedanke zählt.
In diesem geht Jahr gehen erstmals auch drei Mini auf Kameljagd. Das deutsche Team "minibaijan" hat drei classic Mini an den Start gebracht und seine potenten Rallyefahrzeuge auf die klangvollen Namen "Fireman" (rot und mit Union Jack auf dem Dach), "Nightman" (schwarz und daher im Dunkeln kaum zu entdecken) und "Nobleman" (edel in feinstem Grau) getauft. Auch wenn das Trio seine Chance als eher gering einstuft, die Kameljagd tatsächlich zu gewinnen, so geht es hier doch um den olympischen Gedanken: Dabei sein ist alles. Und ihren Zweck erfüllen die drei classic Mini am Ende der Rallye allemal. "Nach der Ankunft in Aserbaidschans Hauptstadt Baku werden die Autos gespendet", sagt Andreas Lampka als Vertreter des Mini Teams. "Der Erlös dient einem guten Zweck."
Bereits Ende April ist der Startschuss zur diesjährigen Allgäu-Orient-Rallye gefallen, und mittlerweile haben sich die Teilnehmer erfolgreich bis in die Türkei durchgekämpft. Grundsätzlich gilt freie Streckenwahl. Genutzt werden können alle Straßen mit Ausnahme von Autobahnen und Mautstrecken. Ein Roadbook regelt, welche Etappenorte zur Erfüllung der rallyetypischen Sonderprüfungen passiert werden müssen. Im Schnitt dürfen pro Tag nicht mehr als 666 Kilometer zurückgelegt werden. Das sind die wichtigsten Regeln. Mehr als 2000 Kilometer bis Baku liegen noch vor den Teilnehmern.
Bislang ist für "Fireman", "Nightman", "Nobleman" und die weiteren Rallyeteams alles glatt gegangen, so dass sich die aserbaidschanischen Kamele schon mal in acht nehmen dürfen. Denn die Jagd geht dem Ende entgegen. Tierschützer können übrigens aufatmen. In der siebenjährigen Geschichte der Allgäu-Orient-Rallye hat noch kein Gewinner sein Kamel mit nach Hause genommen. "Ein Kamel gehört in die Wüste oder in seine angestammte Heimat", sagt Lampka. Also wird das Kamel auch in diesem Jahr an einheimische Bedürftige verschenkt und den Armen damit eine handfeste Existenzgrundlage gegeben. Was bei den Menschen in Baku am Ende allerdings höher im Kurs steht – das Kamel oder einer der drei classic Mini – das wird sich erst am 12. Mai zeigen. Dann endet die Kameljagd nämlich.
Weitere Infos zum Ausgang der Allgäu-Orient-Rallye unter Facebook.com/MINImotorsport